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Neues Schloss Schleißheim

Galerieräume / Deutsche Barockmalerei (Räume 30-33)

Das nördliche Erdgeschoss-Appartement diente den Kurfürsten Karl Albrecht und Max III. Joseph als Appartement. Die zeremonielle Raumfolge aus Vorzimmer, Audienzzimmer, Schlafzimmer und Großem Kabinett (Raum 30-33), der sich Stuckaturkabinett und Drechselzimmer als kleinere Kabinette anschließen, entsprach den Obergeschoss-Appartements. Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts ließ Max III. Joseph die Wände mit "lichtblauem" Brokatelle bzw. Damast bespannen, so dass es den Namen "Blaues Appartement" erhielt. Die heutige Bespannung der Wände wurde 1976 nach barockem Vorbild erneuert.

Staatsgalerie Europäische Barockmalerei – Deutsche Malerei

 

 

Bild: Februar aus der Serie der Monatsbilder, Joachim von Sandrart

Februar aus der Serie der Monatsbilder,
Joachim von Sandrart, 1642/43 (Raum 31)

Etwa 40 Gemälde der deutschen Malerei des 17. Jahrhunderts sind in den Räumen 30-33 untergebracht. Bedingt durch die jahrzehntelangen Verwüstungen und Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges konnte eine den führenden Malschulen des Barock in Flandern und Italien entsprechende Entwicklung in deutschen Landen nicht stattfinden. Dass dennoch hochklassige Gemälde deutscher Meister im 17. Jahrhundert entstanden sind, vermögen die in Schleißheim gezeigten Werke eindrucksvoll zu verdeutlichen.

In einzigartiger Weise ist der weltgewandte Maler und bedeutende Kunstschriftsteller Joachim von Sandrart vertreten: Sein berühmter, in den Jahren 1642/43 ausgeführter "Zyklus der zwölf Monate" entstand im Auftrag des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. für das Alte Schloss in Schleißheim (Raum 31).

Auch der Wahlvenezianer Johann Carl Loth genoss europäischen Ruf. Seine Werke sind hier mit jenen seines Vaters Johann Ulrich Loth vereint, der im mittleren 17. Jahrhundert eine bestimmende Position in der Münchner Malerei einnahm (Raum 32). Mit Johann Heinrich Schönfeld und Johann Heiss sind zudem die beiden Hauptmeister der in Deutschland führenden Augsburger Malerei der zweiten Jahrhunderthälfte mit charakteristischen Werken vertreten. Zu diesen treten einige erlesene Beispiele aus dem Werk des vor allem in Frankfurt tätigen Johann Heinrich Roos, der schon im 18. Jahrhundert als "Rafael aller Viehmaler" gefeiert wurde (Raum 33).

© Text und Bild zur Staatsgalerie: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München

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